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7.0 Einleitung-wer diagnost
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Wer diagnostiziert ADHS bei Erwachsenen?

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Bausteine für eine sorgfältige Diagnose bei Erwachsenen mit dem Verdacht auf ADS bzw. ADHS und geeignete Stellen für eine Diagnose:

  • Psychiater
  • Psychologen
  • Psychotherapeuten
  • Klinische Diagnosestellen (z.B. Uni Kliniken), aber auch Allgemeinärzte mit einer Zusatzqualifikation für ADHS.
Bild: Wer diagnostziert
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Wer diagnostiziert ADHS bei Erwachsenen...?
7.1 Beweggründe
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„Warum will ich mich diagnostizieren lassen?“

Neben der eigenen Unzufriedenheit, dem Gefühl des irgendwie anders sein, schon seit Kindheit an, sind es oft auch Hinweise nahe stehender Menschen (Partner, Familie, Freunde) die uns zur ADHS Diagnostik führen. Fragestellungen: Wie wichtig ist mir die Diagnose? Ungeheuer wichtig für Diagnostik und Therapie!


7.2 Problematiken
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Welche Problematiken bestimmen mein Leben?

Beispiele:

  • Probleme bei der Selbstorganisation.
  • Übermäßige Unordnung bis hin zu Messies.
  • Keine bzw. stark verzögerte Erledigung von routinemäßigen Alltagsaufgaben.
  • Unpünktlichkeit bzw. völliges Vergessen von Terminen.
  • Erledigung von Aufgaben immer erst in der letzten Minute und auf äußeren Druck.
  • Probleme, sich im gesellschaftlichen, beruflichen oder privaten Umfeld an Regeln zu halten.
  • Häufige Arbeitsplatzwechsel, Partnerwechsel, Gedankenflut, Impulsivität, Rastlosigkeit, Substanzmissbrauch.

7.3 Diagnostik
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Diagnostik

Die Wirkung einer Medikation sollte nicht Grundlage der Diagnosenstellung von ADHS sein. Es darf nicht sein, das Sie nach einer kurzen Untersuchung Methylphenidat verordnet bekommen mit dem Vermerk: „Wenn es wirkt, haben sie vermutlich AD(H)S.“ Bedauerlicherweise kommt so etwas vor!

Wichtig ist auch, dass Sie das Gefühl haben Sie können Ihrem Gegenüber vertrauen. Sollten Sie dieses Gefühl gänzlich vermissen, dann liegt es an Ihnen diesen Punkt entweder anzusprechen und zu klären oder evtl. eine andere Stelle zu suchen. Die Diagnose beinhaltet nicht ein kurzes Gespräch und dann wird verschrieben. Deshalb sollten Sie beim Erstgespräch grundlegend darüber informiert werden, welche Untersuchungen die Diagnose dort enthält.

ADHS Diagnostik ist bisher immer noch eine Ausschlussdiagnostik (Differentialdiagnostik). Anders geht es nicht, lassen Sie sich dahingehend keine Märchen aufbinden!

Mögliche andere Krankheiten die evtl. berücksichtigt bzw. ausgeschlossen werden müssen, sind...

  • Depressive und bipolare Störungen
  • Angststörungen
  • Suchterkrankungen
  • Lernstörungen insbesondere Schreib- und Leseschwäche
  • Psychotische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen
  • Zwangsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Tick-Störungen
  • Hypo- und Hyperthyreoidismus
  • Schlafstörungen (Schlaflabor Diagnostik)
  • Erberkrankungen (Chromosomale Störungen wie z.B. Klinefelter-Syndrom )
  • Hirnverletzungen / Traumata
  • Die Diagnose sollte sich primär an die diagnostischen Kriterien des DSM-i.V. halten.

7.4 Eigenanamnese
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Eigenanamnese

Bei der Diagnose werden Schilderungen der Familiengeschichte, Beschreibungen der Entwicklung des Betroffenen einbezogen. Zeugnisse, Lebensläufe, handschriftliche Notizen werden auch mit in die Diagnostik eingebunden.

Zur Differenzialdiagnose gehören Fragen nach den Familienverhältnissen, z. B. Konflikte, Erziehungsprobleme, evtl. auch ausgelöst durch vorliegendes ADHS der Eltern, Trennung, Misshandlung, schwerer Erkrankung der Eltern aber auch nach dem sozialen Umfeld, nach Missbrauch von Alkohol, Medikamenten und Drogen wird gefragt. Die Diagnose und Behandlung sollte andere Personen einschließen, die auch Fremdbeurteilungen geben können(Partner, Eltern, Geschwister). Evtl. auch Vorgesetzte. 


7.5 Psychlg. Untersuchung
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Psychologische Untersuchungen

Entwicklungs- und Intelligenztest

Persönlichkeitsstruktur

Fähigkeit zur Daueraufmerksamkeit testen (Konzentration); hierzu werden in der Regel auch computergestützte Tests durchgeführt.

Notieren Sie sich vor dem Abschlussgespräch noch anfallende Fragen und lassen Sie sich genau erklären was Sie noch nicht verstanden haben! Werden Therapievorschläge gemacht, fragen Sie was exakt therapiert werden soll und wie Sie zu Hause mitarbeiten können.

Die Therapievorschläge sollten multimodale Inhalte umfassen. Also nicht alleine die Medikation sondern auch Konzepte zur Förderung der täglichen Struktur und positiven Verhaltensänderung. Dazu ist eine verhaltenstherapeutische Behandlung oft zwingend erforderlich und angeraten.


7.6 Merkmale Kinder
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Kurzbeschreibung ADHS beim Kind

ADHS ist so facettenreich, dass es schwierig ist, die Symptome dieses Krankheitsbild mit wenigen Worten zu umschreiben.

Hauptkennzeichen ist die Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, hinzu kommt eine mangelnde Selbststeuerung bzw. erhöhte Impulsivität, häufig begleitet von einer motorischen Überaktivität (Hyperaktiv).

Aber was heißt das genau für ADHS betroffene Kinder?

Aufmerksamkeit

  • Ständiges verlegen von Gegenständen (Schlüssel, Handy etc..).
  • Häufiges Tagträumen, schlechtes Zeitgefühl.
  • Lesen ganzer Absätze in einem Buch, ohne gedanklich wirklich dabei zu sein.
  • Sich auf Dinge zu konzentrieren die wenig interessant sind fällt besonders schwer und es entstehen häufig Lücken (Schulunterricht).
  • Schnell abgelenkt, Anschluss verpassen.
  • In Gesprächen wird häufig das Thema gewechselt.

Impulsivität

  • Häufiges dazwischenreden (aus der Angst den Gedanken wieder zu vergessen).
  • Sehr emotionale Reaktionen, als Kind äussert sich das in Wutausbrüchen, Jähzornattacken, häufiges Weinen.
  • Unüberlegtes reden (Fettnäpfchen).
  • Spontankäufen, problematischer Umgang mit Geld.
  • Handeln ohne vorher nachzudenken, gilt als schusselig, verpeilt oder leichtsinnig, spricht oft mit Händen und Füssen.

Motorik

  • Motorisch oft ungeschickt.
  • Extreme Lernstörungen bis hin zur Legasthenie und Dyskalkulie.
  • Einschlafschwierigkeiten (Die berühmte Autobahn im Kopf).
  • Ständiges Herumalbern und stören.
  • Schlechtes Schriftbild.
  • Angeberei.
  • Ticks (Augenzwinkern, Kopf nicken etc.)
  • Aggressivität
  • Übermässiges Reden
  • Flüchtigkeitsfehler

Hochsensibel

  • Helfersyndrom
  • Entwicklungsverzögert (Seelische Reife liegt bis zu 1/3 unter dem tatsächlichen Alter)
  • Probleme im Kindergarten und der Schule.
  • Testet gerne Grenzen aus, gutes Gefühl für "Lücken".

7.7 Merkmale Erwachsene
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 Kurzbeschreibung ADHS beim Erwachsen

  • Wechselnde Jobs, Partner und Interessen.
  • Wenig Durchhaltevermögen ... es sei denn es wird Hyperfokusiert.
  • Suchtverhalten (Spielsucht, Kaufsucht, Substanzmissbrauch, Spielekonsolen, Internet).
  • Unfähigkeit sich zu strukturieren, chaotisch , zerstreut, vergesslich.
  • Schwieriger Umgang mit Geld.
  • Chaotische Lebensführung, oder übermäßig ordentlich.
  • Essstörungen.
  • Zwangsstörungen.
  • Depressionen.
  • Resignation.
  • Aggression.

7.8 Positive Seiten
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Die positiven Seiten des ADHS

Die Probleme von und durch Menschen mit ADHS, stehen derart im Vordergrund, dass die vielen positiven Eigenschaften kaum wahrgenommen werden.

  • Hilfsbereit, sozial.
  • Ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit.
  • Liebenswerte Persönlichkeiten.
  • Kreativ / Ideenreich.
  • Fantasievoll und innovativ (alles scheint möglich).
  • Selten nachtragend ... obwohl sie nichts vergessen.
  • Humorvoll.
  • Meist sehr Tierlieb und Naturverbunden.
  • Helfersyndrom ( immer auf der Seite von "Schwächeren").
  • Oft unkonventionell beim Lösen von Problemen.
  • Fähig zur absoluten Hyperfokusierung, manchmal mit daraus resultierender Höchstleistungen.
  • Nicht selten überdurchschnittlich intelligent.
  • Emphatisch (gutes Gespür für andere Menschen, Lügen, Stimmungslagen).

Menschen mit ADHS verfügen über viele wertvolle Eigenschaften und Fähigkeiten. Ein Umfeld, welches Raum für die Entwicklung ermöglicht, gezielte Therapien und Förderung bereits im Kindesalter anbietet, ermöglicht diesen Menschen all ihre Fähigkeiten in vollem Umfang zu nutzen. So können sie eine Bereicherung für ihr Umfeld und zufriedene, glückliche Menschen werden.


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