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1.0 Einleitung-wie merkt man
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AD(H)S - WIE MERKT MAN DAS?

Der Begriff Aufmerksamkeit-Defizit-(Hyperaktivitäts-)Syndrom, kurz AD(H)S, ist mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit  angekommen. Mit Beginn eines neuen Schuljahres steigen die Verdachtsfälle auf AD(H)S jedes Jahr sprunghaft an - und gerade bei Kindern, die in der Schule durch allzu unruhiges Verhalten auffallen, wird schnell mal ADHS vermutet. 

Von AD(H)S sind nicht nur Kinder betroffen, sondern wie man inzwischen weiss auch etwa 5 von 100 Erwachsenen.

Da ich mich auf das Coaching mit Erwachsenen spezialisiert habe, lege ich den Schwerpunkt hier darauf, wie Erwachsene das ADHS merken.

Zum leichteren Merken nenne ich sie die MIK-Merkmale, die sie, wenn Sie selbst betroffen sind, an sich - aber auch an anderen Menschen mit ADHS beobachten können.

M = Motorische Unruhe

Menschen mit ADHS haben massive Schwierigkeiten, längere Zeit still zu sitzen und müssen ständig in Bewegung sein.

Positiver Nebeneffekt: Der Körper bleibt stets in Bewegung und wird optimal mit Sauerstoff versorgt.

Seit einigen Jahren erkennen wir übrigens immer besser den Zusammenhang bei Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. das permanente Umhergehen von meist männlichen Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen, zum ADHS.

Wer sich die Mühe macht und bei diesen „Läufern“ näher hinschaut, kann darüber hinaus leicht weitere Merkmale des ADHS ausfindig machen.

I = Impulsivität

AD(H)S-Menschen sind sehr impulsiv.

Bei Schulkindern fällt oft auf, dass diese nicht abwarten, bis sie vom Lehrer drangenommen werden, sondern ihre Antworten einfach in die Klasse rufen.

Außerdem haben diese Menschen Schwierigkeiten sich an Regeln zu halten und können sich schlecht in Gruppen integrieren.

K = Konzentrationsschwierigkeiten

Menschen mit AD(H)S können sich in der Regel nur für kurze Zeit auf etwas konzentrieren.

Sind sie mit einer Aufgabe beschäftigt, schweifen sie bereits nach kürzester Zeit ab und beginnen etwas Neues.

Zahlreiche Fachleute schreiben AD(H)S-Betroffenen allerdings auch besondere Potentiale und Fähigkeiten wie "Kreativität" und "Empathie" zu.

Ich nenne sie überdurchschnittliche Chancen…!

Bild: Wie merkt man das?
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AD(H)S wie merkt man das?
1.1 HALLOWELL
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Edward M. Hallowell

Edward M. Hallowell ist ein US-amerikanischer Psychiater und Autor zahlreicher Veröffentlichungen aus dem Bereich ADHS, und ist laut eigener Angabe selbst von ADHS betroffen. Hören Sie mal, wie er es beschreibt - wunderschön und fast poetisch wie ich finde:

"Für viele Erwachsene ist ADHS eine kaum wahrnehmbare, aber verlässliche Komponente ihrer Identität.

Wie ein roter Faden, der in einen Nadelstreifenanzug eingewoben ist (…)

Der rote Faden könnte ein Faden aus Ablenkbarkeit, Impulsivität oder Zerstreutheit sein, der in einen Streifen aus Kreativität, Geselligkeit oder Fleiß eingewoben wird.

Und die Therapie liegt dann nicht darin, den roten Faden zu beseitigen, sondern nur ganz leicht seinen Farbton zu ändern, so dass er sich nicht mehr mit seiner Umgebung beißt, sondern sie hebt“.


1.2 DR. LYNN WEISS
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Dr. Lynn Weiss

Dr. Lynn Weiss sagt im Jahr 2003 über Menschen mit ADHS:

"Der ADHS-Typ bringt ebenso viele gute wie problematische Eigenschaften mit sich. Ihre Aufgabe [der Betroffenen] ist es, die weniger konstruktiven Aspekte ihres Verhaltens unter Kontrolle zu halten und die positiven Aspekte voll zur Entfaltung zu bringen.

Wenn ihnen das mit Hilfe von Medikamenten, Verhaltenstherapie und Coaching gelingt, können sie nur gewinnen“.


1.3 GERHARD SPITZER
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Gerhard Spitzer

 Gerhard Spitzer ein österreichischer Politiker sagt über Kinder und Jugendliche mit ADHS:

"Das 'vorlaute Plappermaul' weist eine Menge sprachliche Eloquenz (zu deutsch Wortgewandheit) auf, 'chaotische Planlosigkeit' zeigt die Fähigkeit zu intuitivem Handeln und die 'Zappeligkeit' ist ein Tatendrang, der richtig genutzt eine hohe Einsatzbereitschaft und durchaus auch erstaunliches Durchhaltevermögen nach sich ziehen kann.

Doch viele dieser Potenziale kommen erst (Achtung!) im Erwachsenenalter zum Tragen. Das heißt jedoch nicht, dass die erstaunlichen Fähigkeiten nicht schon früher da wären, sondern dass Lehrer oder auch Eltern vielfach viel zu stark auf die natürlich auffälligen Probleme und Schwierigkeiten achten und damit in erster Linie diese in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit rücken (…)

Wenn Eltern ihr Kind genau beobachten, seine spezifische künstlerische Begabung erkennen und entsprechend fördern können, bestehen größte Chancen, dem Kind zu verbesserter Aufmerksamkeit und mehr innerer Ruhe zu verhelfen und damit seinen Leidensdruck zu verringern (…)

Es muss auch klar sein, dass es zwar von Vorteil ist, die positiven Seiten von ADHS zu kennen, aber dass es für jeden einzelnen Betroffenen wie auch für die Bezugspersonen viel Arbeit bedeutet, diese auch nutzen zu lernen.

Doch ab und zu kann es einfach hilfreich sein, den Blickwinkel zu ändern, um zu sehen, was für ein wundervoller und interessanter Mensch hinter einem Zappelphilipp oder auch einem Hans Guck-in-die-Luft steckt.“


1.4 CHRISTOPHER LAUER
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Christopher Lauer

Der deutsche Politiker Christopher Lauer äußert sich auf seiner privaten Homepage wie folgt:

"Schon bei der Diagnose durch den Neurologen fiel mir auf, dass er sich mir gegenüber so verhielt, als müsste er mir eine schlimme Nachricht überbringen. Mich verwunderte das.

Je mehr ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt habe, desto deutlicher wurde mir klar, dass Menschen mit ADHS mit Vorurteilen begegnet wird. Aufgrund der Nachteile, die ADHS mit sich bringt, wird unterstellt, an einer furchtbaren Krankheit zu leiden (…)

Um es ganz klar zu sagen: Ich leide nicht an einer furchtbaren Krankheit. Mit meinem Schritt in die Öffentlichkeit möchte ich andere ADHSler dazu bewegen, mutig, selbstbewusst und offen mit diesem Zustand umzugehen.

Vor allem möchte ich, dass in der öffentlichen Diskussion die Vorteile von ADHS in den Vordergrund rücken. Nichtlineares, asynchrones Denken ist eine Bereicherung für alle“.


1.5 SIMCHEN
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Dr. Helga Simchen

war Oberärztin einer Kinderklinik und im Anschluss wissenschaftlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Neurologie der Medizinischen Akademie Magdeburg tätig, und sagt:

"Menschen mit ADHS verfügen über eine assoziative d.h. verbindende Denkweise. Das heißt, sie denken vielschichtig, sie können aufgenommene Sinneswahrnehmungen unbewusst verändern und sie können mit Hilfe ihrer Fantasie ganz neue Wahrnehmungen erzeugen.

Das ist eine Fähigkeit des Gehirns, was nur Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS vorbehalten ist. Dabei können sie ihre Umgebung sehr bewusst wahrnehmen. Sie sind in der Lage, alles zu durchschauen und direkt zu hinterfragen;

sie sind hellwach, wenn etwas sie interessiert. Ihnen kann man nichts vormachen, ihnen entgeht nichts. Sie hören und sehen mehr als für andere wahrnehmbar ist. Ist ihr Interesse einmal geweckt, ist ihre Wissbegierde riesengroß.

Sie können sich dann sehr gut konzentrieren und Hervorragendes leisten. Sie besitzen einen Scharfblick mit starker Intuition, wie ihn sonst keiner hat (…)

Ausgerüstet mit einem guten Selbstbewusstsein, können Menschen mit ADHS gerade aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten in ihrem Leben Großes vollbringen.

So leisten heute viele Erwachsene mit ADHS in der Tat Hervorragendes, ohne, dass sie je von ihrem ADHS wussten und dessen Behandlung nötig hätten.

Sie wuchsen eben trotz ihres ADHS unter günstigen Rahmenbedingungen auf, verfügten über ausgezeichnete intellektuelle Ressourcen und konnten deshalb ein gutes Selbstbewusstsein entwickeln.“


1.6 KÖHLER
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Horst Köhler

Horst Köhler, unser neunter deutscher Bundespräsident sagte 2004:

"Unendlich viel hängt davon ab, ob diese kreativen Sonderlinge und ungestümen Geister, deren Anderssein sich ja schon oft in der Kindheit ankündigt, von den Mitmenschen erkannt, aufgenommen und verständnisvoll begleitet werden – wobei, um Missverständnissen vorzubeugen, verständnisvolle Begleitung nichts mit gelangweiltem Laisser-faire zutun hat; diese Kinder brauchen zu ihrer inneren Orientierung nichts so dringend wie einen anderen Menschen, der sie sieht, der sie respektiert, wie sie sind, und ihnen echte Wertschätzung entgegenbringt."


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